Teaserimage
Mit den Gesetzesänderungen zur Krankschreibung erfüllt die schwarz-rote Regierung lang gehegte Wünsche der Arbeitgeberverbände, die finden, man "mache es Blaumachern viel zu einfach."

Doch vor allem das Märchen, die telefonische Krankschreibung habe zu einer massiven Zunahme von Krankmeldungen geführt, löst sich durch einen einzigen Blick in die Statistik in Luft auf. Eine Analyse des Barmer Instituts für Gesundheitssystemforschung stellt fest: Die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung nehmen nicht einmal 1% aller Patientinnen und Patienten in Anspruch, die eine Bescheinigung benötigen.

Auch für die Idee, ab dem ersten Tag eine AU-Bescheinigung zu verlangen, lässt sich keine auf Vernunft  beruhende Begründung finden. Zu Einsparungen führt die Gesetzesänderung erst Recht nicht. Im Gegenteil:  In Zeiten des Ärztemangels müssen die Praxen nun einen noch größeren Andrang von Patienten fürchten.

Die Regierung rechtfertigt die Maßnahmen mit der angeblich alarmierenden Zunahme von Krankschreibungen. Tatsächlich zeigen Statistiken zwar einen deutlichen Anstieg. Dieser ist aber laut AOK auf zwei Ursachen zurück zu führen: Auf die Corona-Pandemie und darauf, dass eine große Anzahl von Fällen durch die Betroffenen früher gar nicht gemeldet wurden. Erst seit 2022 landet mit Einführung der elektronischen Meldung durch die Praxis auch jede Krankschreibung wirklich  in der Statistik. 

Alarmierend ist freilich, dass die Zahl der Fehltage wegen psychischer Krankheiten, verursacht u.a. durch Arbeitsverdichtung und Stress, seit einem Jahrzehnt kontinuierlich ansteigt. 

Fazit: In den unsinnigen Verschärfungen bei der Krankmeldung zeigt sich ein Denken der Merz-Regierung, das aus einer Zeit stammt, in der es über dem Recht stehende Herren gab, und Leibeigene, die von ihnen wie unmündige Kinder kontrolliert und gegängelt wurden.