Im Juli standen bei der letzten #UNKÜRZBAR-Demo 3000 Menschen solidarisch ein für eine gute Krankenversorgung, zukunftsfähige Bildung, menschliche Pflege, wirkungsvolle Jugendhilfe, echte Inklusion, genug Rente und mehr. Daran will das breite Nürnberger Bündnis jetzt anknüpfen. 

15 Städte werden an diesem Samstag Schauplatz von Demonstrationen gegen Sozialabbau sein, die von den Gewerkschaften des DGB organisiert werden. Auch in Nürnberg werden tausende Menschen aus ganz Bayern zur zentralen Kundgebung am Kornmarkt ziehen. Die Bürgerinnen und Bürger der Metropolregion ruft das #UNKÜRZBAR-Bündnis auf, sich seinem Demozug anzuschließen, der am Klinikum Nürnberg Nord startet und über den Plärrer zum Kornmarkt führt.

Bei einer Auftaktkundgebung vor dem Klinikum werden von Kürzung Bedrohte ihre Stimme erheben. Der Ort wurde bewusst gewählt. Es sei für alle nachvollziehbar, dass Einschnitte beim Gesundheitswesen nach den Plänen der Regierung gegen die Interessen der Bevölkerungsmehrheit gerichtet sind, so Anja Schmailzl von ver.di, Krankenpflegerin im Nürnberger Klinikum:

„Das bedeutet für uns als Beschäftigte noch krasseren Zeitdruck in der Arbeit, Kürzungen beim Personal, keine komplette Refinanzierung von Tariferhöhungen. Kurz gesagt: erst neulich wurden wir vom ganzen Land beklatscht, jetzt gibt’s die Klatsche und wir sind nur noch Kostenfaktor. Patient* innen droht nun eine deutlich schlechtere Versorgung. Personalmangel kann Menschenleben kosten!“

„Psychotherapie rettet Leben“, sagen auch die Mitglieder des Aktionsbündnis Psychotherapie, das sich im Rahmen der Kundgebung vor dem Klinikum zu Wort meldet. Auch die empörenden Kürzungspläne bei Einrichtungen und Leistungen für Menschen mit Einschränkungen werden Thema eines Redebeitrags sein. 

Eindringlich erinnert auch Günter Frank, Mitarbeiter beim Integral e.V.: „Behinderung kann jede und jeden treffen. Von Geburt an, durch Krankheit, durch Unfall. Kürzungen beim Fahrdienst, bei der Schulbegleitung oder bei der Assistenz bedeuten, Menschen mit Behinderung die Teilhabe zu verwehren. Sie damit unsichtbar zu machen - und das ist gefährlich.“

Betroffene werden sich an die Spitze der Demonstration setzen und deutlich sichtbar am Protest teilnehmen. Am Kornmarkt wird daher ein eigener Bereich für Menschen mit Unterstützungsbedarf frei gehalten.

Angesichts der Wahlerfolge der AFD wird mit den Massendemonstrationen gegen Sozialkahlschlag nach Ansicht von #UNKÜRZBAR Mittelfranken auch ein wichtiges Zeichen gegen rechts gesetzt. 

Das Beschwören einer angeblichen Notsituation durch die Regierenden, die gleichzeitig die Bedürfnisse der Bevölkerungsmehrheit ignorieren, spielt den Ultrarechten in die Hände. Die AFD präsentiert sich als Ausweg, obwohl sie selbst eine zutiefst neoliberale Partei des Sozialabbaus ist. Sie will Angebote für die Schwächsten streichen, während MigrantInnen aus dem Boot fliegen, queere Menschen und politische Gegner*innen in Angst leben sollen. 

„Dagegen setzen wir das Prinzip gesellschaftlicher Solidarität. Dieser politische Kurs des Sozialabbaus, der Aufrüstung und des Angriffs auf uns alle darf nicht hingenommen werden“, so die Sprecherin des Bündnisses Tatjana Sambale. „Geld ist genug da. Es konzentriert sich bei Wenigen und wird für die falschen Dinge ausgegeben. Aber das muss nicht so sein! Also werden wir zusammen dafür eintreten, dass dieser verheerende, politische Lobbykurs zugunsten weniger Reicher aufhört! Wir laden alle ein, am 26. September um 9:30 Uhr zum Klinikum zu kommen und mit uns auf die Straße zu gehen .“