Die bunte, stimmungsvolle Demonstration verlief friedlich und ohne Zwischenfälle. Nach der Auftaktkundgebung am Kornmarkt bewegte sich der Zug durch die Nürnberger Innenstadt zum Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat (StMFH). Dort wurde eine Zwischenkundgebung mit weiteren Redebeiträgen abgehalten. Im Anschluss ging es am Hauptbahnhof vorbei zur Abschlusskundgebung am Aufseßplatz. Außer Reden wurden zudem vier sogenannte „Open-Mics“ von den Veranstaltenden angeboten. Hier hatten alle Interessierten die Möglichkeit, sich zu äußern, um ihre Betroffenheit und Wut auszudrücken. In vier Foren wurden die katastrophalen Auswirkungen der Einsparungen auf Gesundheit, Bildung und soziale Betreuung besprochen.
Einige Auszüge aus den Kundgebungen im Tagesverlauf:
„Teilhabe ist Menschenrecht und kein Kosten-Faktor über den wir verhandeln können.“, rief Julia Sucker von der Lebenshilfe und sprach damit vielen ihrer Kolleg*innen aus der Seele, die den angekündigten Kürzungen bei sozialen Einrichtungen fassungslos gegenüberstehen.“
Nadja von der IG-Metall-Jugend Erlangen zeigte Verständnis für die Unsicherheit einer Mehrheit der Jugend und ihrer Angst vor dem Krieg. Doch die Antwort auf die Unsicherheit dürfe "nicht Aufrüstung heißen, sondern Solidarität, nicht Militarisierung, sondern Investitionen in Bildung und Soziales, nicht Konkurrenz, sondern Zusammenhalt."
AWO Betriebsrat Bernd Moser bezeichnete die Behauptung, es sei kein Geld da, als Lüge. „Es ist genug da, aber so ungerecht verteilt, wie seit dem Feudalismus nicht mehr. Lasst uns anfangen, stopp zu sagen. Denn wenn wir jetzt nicht laut sind, wird es eine Verschärfung nach der anderen geben und wir werden unser Land und unsere Gesellschaft nicht wiedererkennen.“